Pharamond - Orbis Tertius


Pharamond - Orbis Tertius

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SynGate CD-R SM01
veröffentlicht 2014
 
Pharamond ist das Projekt des französischen Journalisten Sylvain Mazars. "Orbis Tertius" ist sein Debutalbum, das durch Vielseitigkeit und eine gewisse Unbeschwertheit auffällt. 
 
Inspiriert durch Jorge Luis Borges' Kurzgeschichte "Tlön, Uqbar, Orbis Tertius" (1940)
 
Stephan Schelle vom Musik-Zirkus-Magazin hat sich mit diesem Album beschäftigt, hier sein Eindruck:
 

Der aus dem französischen Elsass (Strasbourg) stammende Sylvain Mazars war mir bisher als Chronist der elektronischen Musik bekannt. Oftmals haben wir uns bei diversen Festivals getroffen, von denen er über seinen Blog berichtet. Ich war schon sehr überrascht, als ich beim Electronic Circus-Festival von Kilian Schloemp-Uelhoff eine CDR von dem mir bisher unbekannten Musikprojekt Pharamond bekam und im Booklet dann Syvains Namen las. Ja, es handelt sich um ein und dieselbe Person.     

Sylvain hat sich bei seiner Musik von Jorge Luis Borges Kurzgeschichte  „Tlön, Uqbar, Orbis Tertius“ inspirieren lassen. Die Geschichte ist bereits 1940 entstanden und erzählt von einer Gruppe Intellektueller, die „Orbis Tertius“, die sich eine eigene Welt geschaffen haben, die sie „Tlön“ nennen. Der Schriftsteller schrieb die Geschichte in der Ich-Form und schildert, wie er und sein Freund über einen Eintrag in einem Lexikon auf das Land „Uqbar“ stoßen. Hinter der Geschichte steckt das Thema, dass Ideen sich zu einer realen Welt wandeln können. Dies hat Sylvain musikalisch umgesetzt und die Titel seiner fünf Tracks entsprechend benannt. Stilistisch wandelt Pharamond auf den Pfaden der „Berliner Schule“.

Das 14minütige „Hidden Scheme“ eröffnet die CD. Mit diesem ersten Track geht das Album schon mal gut los, denn es ist sehr melodiös und bietet ab der zweiten Minute Sequenzerrhythmen und Retrosounds á la Mellotron, die an die „Berliner Schule“ erinnern. Aber auch Rhythmen und Klangfarben die an Acts wie John Dyson oder Wavestar erinnern, kommen in diesem ersten Stück vor. Das macht schon mal einen sehr guten Eindruck. Darüber hinaus hat Sylvain das Stück sehr variantenreich aufgebaut. Solch einen Track hätte ich von ihm in der Tat nicht erwartet.

Das zweite Stück „Idéal“ perlt so dahin und ist ganz eingängig. Einige Passagen erinnern hier an Tangerine Dream. Im 14minütigen „Uqbar“ zeigt Sylvain, das er Keyboard spielen kann, denn hier kommt zunächst schon eine sehr klassisch anmutende Melodiefolge zum Vorschein. Diese wechselt dann nach zwei Minuten in einen Track, mit dem er wiederum in die Nähe der „Berliner Schule“ bzw. seiner britischen Vertreter der zweiten Generation gerät. Auch dieses Stück hat er sehr abwechslungsreich angelegt und bietet einige hypnotische Momente. Dabei verändern sich die Strukturen und Sylvain variiert auch die Lautstärke.

Auch „Uqbar II“, das sich daran anschließt eröffnet mit einer Pianopassage, die nicht von schlechten Eltern ist, bevor es dann wieder sehr elektronisch in Richtung Berlin geht. Ein toller Track, der sich ebenfalls durch veränderte Strukturen und Melodien auszeichnet. Den Abschluss bildet dann das 15minütige „Tlön“, das atmosphärisch und eher auf Stimmungen setzend dahinschwebt.

Nachdem ich Sylvain Mazars als Berichterstatter der elektronischen Musik kennen gelernt habe, muss ich gestehen, zeigt er sich auf „Orbis Tertius“ von einer ganz anderen Seite. Er beweist, dass man nicht nur über Musik schreiben, sondern sie auch sehr gut selber machen kann. Hut ab, vor diesem Debüt. Sehr zu empfehlen.

Stephan Schelle, Oktober 2014

 

Stefan Erbe vom Empulsiv Electronic Webzine schreibt dazu:Normalerweise sitzt Sylvain Mazars auf der "anderen" Seite, auf der des Autors und Rezensenten. Für seinen Internet-Blog recherchiert er seit einiger Zeit regelmässig im EM-Umfeld und publiziert seine Artikel in französischen Gefilden. Dass er selbst auch Musiker ist und nun auf Syngate seinen Erstling veröffentlicht, muss nicht zwangsläufig die Arbeit als "Schreibkraft" boykotieren, vielmehr vermuten wir eine ausreichende Konsumierung von musikalischen Fremdgut, was wohl motivierend nachgeholfen haben könnte. Sein faible für die traditionelle Berliner Schule, durchzieht das gesamte Album und manifestiert sich in der intensiven Anwendung von ausgeprägten Sequenzer-Elementen, die vielfach hübsch in Szene gesetzt werden und native Veränderungen erfahren. Der gebotene Minimalismus offeriert aber das Verlangen, sich komplett ins Album einzufinden, um die gebotenen Variationen als Stilmittel zu erkennen. Die 5 Tracks umspannen deutlich mehr Themen als vermutet und hätten gerne auch auf weitere Stücke ausgelagert werden dürfen, dafür hätten einige der Geschichten auch in kürzere Zeit erzählt werden dürfen. Dennoch erlaubt sich die Album-Kritik, das vermeintliche Erstlingswerk als Potentialgeber zu betrachten, denn die ausgefeilten französischen Sequenzen gefallen nach mehrmaligen Hören immer besser.

 
 
Dieses Album ist auch als Bandcamp Download (WAV, MP3 (320, VBR V0), Ogg Vorbis, Apple Lossless, FLAC und AAC) erhältlich.
Bei Bandcamp können einige Tracks in voller Länge vorgehört werden (128Kb/s-Stream)
 
Dieses Album ist auch als MusicZeit Download (MP3 320 Kb/s und FLAC) verfügbar.
 
Bei MusicZeit gibt es von allen Tracks je 2 Minuten lange Hörproben

 

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